fertige Wichtelhaeuser

Wichtelhäuser aus Naturmaterialien

In den letzten Wochen sind in unserem Waldkindergarten kleine Kunstwerke entstanden: zauberhafte Wichtelhäuser, die unsere Kinder mit viel Fantasie und Freude gestaltet haben. Jedes Kind erhielt eine Holzscheibe als Grundlage und durfte diese ganz nach eigener Vorstellung mit Naturmaterialien verzieren. Stöcke wurden zu winzigen Zäunen, Schneckenhäuser zu geheimnisvollen Türmen, Blätter zu Dächern und Nüsse zu kleinen Schätzen. Als Klebstoff diente eine selbst angerührte Mischung aus Lehm, Sand und Wasser.

Die besondere Magie der Naturmaterialien

Das Arbeiten mit Naturmaterialien bietet Kindern eine ganz besondere Erfahrung. Im Gegensatz zu vorgefertigten Bastelmaterialien sind die Schätze aus dem Wald einzigartig in ihrer Form, Größe und Beschaffenheit. Diese natürliche Vielfalt regt die Kreativität auf besondere Weise an. Die Kinder müssen nicht in vorgegebenen Mustern denken, sondern können ihre Fantasie frei entfalten.

Naturmaterialien sprechen alle Sinne an: Die raue Rinde eines Astes fühlt sich anders an als die glatte Oberfläche eines Schneckenhauses. Der erdige Duft des Lehms, das Rascheln trockener Blätter. All diese sinnlichen Erfahrungen bereichern den kreativen Prozess und schaffen eine tiefe Verbindung zur natürlichen Umgebung. Zudem lernen die Kinder, die Natur wertzuschätzen und die Schönheit im scheinbar Gewöhnlichen zu entdecken.

Motorische Fähigkeiten werden spielerisch gestärkt

Beim Gestalten der Wichtelhäuser trainieren die Kinder ganz nebenbei zahlreiche wichtige Fähigkeiten. Die Feinmotorik wird intensiv gefördert, wenn kleine Finger winzige Stöckchen greifen, Schneckenhäuser vorsichtig platzieren oder Nüsse präzise ausrichten. Diese kontrollierten Bewegungen stärken die Hand-Auge-Koordination und bereiten auf spätere Anforderungen wie das Schreiben vor.

Besonders das Arbeiten mit der Lehm-Sand-Mischung trainiert die Hand- und Fingermuskulatur. Die Kinder müssen den Kleber dosieren und gezielt auftragen. Bewegungen, die Kraft, Präzision und Gefühl erfordern. Dabei lernen sie auch räumlich zu denken: Passt das Schneckenhaus neben den Ast? Wie müssen die Stöckchen angeordnet werden, damit ein stabiles Häuschen entsteht?

Nicht zuletzt fördert das Projekt Konzentration und Ausdauer. Ein Wichtelhaus entsteht nicht in wenigen Minuten. Die Kinder brauchen Geduld und entwickeln Frustrationstoleranz, wenn etwas nicht sofort gelingt.

Die Kunst des sicheren Transports

Bewundernswert ist jedes Mal aufs Neue, wie es unsere Erzieherinnen schaffen, diese filigranen Kunstwerke mit dem Leiterwagen über steinige Waldwege unbeschadet wieder aus dem Wald herauszubefördern. Eine logistische Meisterleistung, die viel Fingerspitzengefühl erfordert!

Die fertigen Wichtelhäuser sind mehr als nur Bastelarbeiten. Sie sind individuelle Kunstwerke, die von der Fantasie und den Fähigkeiten jedes einzelnen Kindes erzählen. Und wer weiß, vielleicht zieht ja wirklich der eine oder andere Wichtel in diese liebevoll gestalteten Behausungen ein?