In der letzten Regenwoche vor dem sonnigen Pfingstwetter hat der Wald selbst vorgegeben, womit sich die Kinder beschäftigen. Es war die Schnecke. Langsam, unaufgeregt und faszinierend. Die Waldstrolche haben sich ganz intensiv mit ihr befasst, draußen im Wald und draußen beim Basteln.
Die Kinder durften im Wald auf Schnecken-Suche gehen. Zwei Schnecken konnten die Kinder dann beim Fressen beobachtet. Wer schon einmal mit einem Kind zusammen einer Schnecke zugeschaut hat, weiß: Das braucht Zeit. Und genau das ist der Punkt. Die Kinder haben innegehalten, hingeschaut und gestaunt. Was frisst sie? Wie bewegt sie sich? Solche Begegnungen mit echten Tieren sind durch nichts zu ersetzen. Sie wecken echte Neugier und echtes Mitgefühl.
Im Wald wird auch gebastelt


So wurde die Schnecke für den Rest der Woche zum Kunstprojekt, meist draußen, manchmal auch geschützt drinnen. Die Kinder haben echte Schneckenhäuser bunt angemalt und damit ihren ganz eigenen Häusern Farbe gegeben. Andere haben mit Bastel-Ton gearbeitet und eigene Schnecken geformt, komplett mit echtem Haus drauf. Besonders beeindruckend war eine Schnecke aus einem Stöckchen und einem kleinen Einmachglasdeckel: Der Deckel wurde mit eingerolltem Wollfaden zum Schneckenhaus.
Was Schnecken Kindern beibringen
Solche Projektwochen haben im Waldkindergarten einen besonderen pädagogischen Wert. Wenn Kinder einem Tier zuerst in der Natur begegnen und es danach künstlerisch verarbeiten, verknüpfen sie Erleben, Wissen und Ausdruck auf ganz natürliche Weise. Sie lernen, genau hinzuschauen. Sie entwickeln Respekt für Lebewesen, die langsam sind und zart. Und beim Basteln trainieren sie Feinmotorik, Geduld und räumliches Denken.

